Ich kaufte den DJI Ronin 2018 gebraucht, da es ihn so damals schon gar nicht mehr auf dem Markt gab. Der vorherige Besitzer benutzte den Robin auch mit einer FS700 und ich möchte an dieser Stelle feststellen, dass die FS700 die wohl am schlechtesten geeignete Kamera für Ging als ist. Durch die lange Form und dem unvorteilhaften HDMI Ausgang wird man vor etliche Probleme gestellt.

Das erste Problem wurde schon vom Erstbesitzer gelöst. Denn der Ronin ist out of the box schon zu klein für die FS700. Deshalb müssen Third Party Verlängerungen eingebaut werden. Dieser Schritt blieb mir glücklicherweise erspart.

Das nächste Problem ist das Kabel zwischen Kamera und externen Monitor auf der Stange des Ronin. Da ich “nur” einen Atomos Ninja Flame besitze, der nur HDMI unterstützt, muss ein Kabel hinten aus der FS700 hinaus und nach oben geführt werden. Zwischen Ronin und FS700 ist aber nur so wenig Platz, das, egal welches HDMI Kabel man auch benutzt, eine Berührung entsteht und die Bewegung behindert, sowie dem Kabel schadet. Mein nächster Gedanke waren HDMI Winkeladapter, aber da die FS700 einen festen Plastikabdeckschhutz über dem HDMI Output hat, gestaltet sich das auch nicht so einfach. Nutzt man aber Adapter, die nach unten ausgerichtet sind, dann ist das Problem halbwegs zufriedenstellend gelöst.

Fängt man nun trotz allem an zu Filmen, dann kommen weitere Limitierungen ins Spiel. Man muss den Fokus im Voraus setzen, oder sich eine Funkstrecke, einen Wireless Focus und einen Focus Puller anschaffen. Da zweiteres für kleine Produktionen kaum in Frage kommt, kann ersteres wirklich nervig sein.

Das größte Problem ist aber das Gewicht des Ronins mit der FS700. Nach 1-2 Minuten fallen einem die Arme ab und das schon nach dem ersten Take. Muskelkater Garantie am nächsten Tag. Mögliche Lösungen sind natürlich EasyRigs oder Readyrigs. Beides unbezahlbar für kleinere Produktionsfirmen. Die billigere Alternative aus China zieht leider so stark, dass das Material durch das hoch und runter nicht wirklich nutzbar ist. Abstellen geht ohne das Gestell leider auch nicht einfach so. Es gibt zwar Third Party Ringe, aber zusammen mit den Füßen sind das wieder 300€.

Aber trotz aller Nachteile hat mir der Ronin auch schon ein paar tolle Shots geschenkt. Setzt man sich nämlich mit der EasyRig Alternative auf einen fahrbahren Untersatz, dann fallen die Laufbewegungen weg und man bekommt wundervoll smoothe Shots mit grazilen Schwenks.

Anmerkung:

Die Motoren des Ronins hören auf zu funktionieren, wenn die Kamera nach oben zeigt und dabei geschwenkt wird.. ist es das Gewicht? Bei allen Settings das Selbe. Ärgerlich.

 

Resümee:

Die Technologie des Ronin ist schon längst überholt und das Gümbel ist alles andere als verlässlich. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum es nicht mehr auf dem Markt ist. Aber für eine FS700 fangen die Alternativen im oberen vierstelligen Bereich an, weshalb ich mich wohl noch damit begnügen muss.

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