Im Projekt “Imagefilm Fahrzeugbau Meier GmbH” gab es einen ganz besonderen Wunsch. Es sollte eine Timelapse über den gesamten Arbeitsprozess entstehen, die mehrere Stationen in mehreren Produktionshallen abdeckt.

Ich hatte Timelapses schon zuvor gemacht, die über 2-4 Stunden liefen und einfach den Himmel (Wolken, Sterne etc.) eingingen und wusste deshalb auch, das die Canon Akkus leider nicht sehr lange Saft liefern. Meine Lösung war ein billiger Dummy-Akku, den man einfach in das Akkufach der Kamera einschiebt und durch ein, schon von Canon vorgefertigtes, Loch mit einer Steckdose verbindet. Glücklicherweise gibt es für Canon auch eine Third-Party-Software, namens MagicLantern. Das war einer meiner Entscheidungsgründe, schon damals, mir die Canon 70D zu kaufen. Diese Software ermöglicht es intern ein Intervallometer laufen zu lassen.

Die Technik war also soweit ready, aber nun kamen andere Faktoren ins Spiel. Die Produktionshallen waren nicht alle gleich nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet und da von 6:00 Uhr bis Nachmittags in diesem Betrieb gearbeitet wurde, trafen wir immer den Sonnenaufgang an. Die Tore der Halle zu schließen, war leider keine große Hilfe, da sie größtenteils lichtdurchlässig waren. Meine Lösung bestand darin, auf einem etwas höherem ISO-Wert in RAW zu fotografieren und dann die Möglichkeit in der Post zu haben, die Belichtung entsprechend auszugleichen. Der automatische Belichtungsangleichungsmodus von Lightroom versagte hier komplett und so bearbeitete ich ca. 2700 Bilder nach augenscheinlich Lichtwechseln händisch nach.

Ein Problem war der zweifache Standortwechsel. Wir wollten eine einheitliche Timelapse kreieren, in der das “Chassis”, also der Fahruntersatz, der umgebaut wurde, immer an der gleichen Stelle, in der selben Ausrichtung, bleibt. Also durchkämmten Marco (Assistent der Geschäftsführung und Koordinator für den neuen Imagefilm) und ich die Hallen und begannen nach Möglichkeiten zu suchen. Letzten Endes mussten wir in jeder Produktionshalle eine Spur freiräumen und sperren um die Kamera im entsprechenden Abstand zum Chassis platzieren zu können. Hier war es essentiell, das die Planung sehr früh stattfand und wir die Pfingstferien, in denen viele Mitarbeiter im Urlaub waren, perfekt mit diesen Einschränkungen nutzen konnten.

Aber selbst als alles aufgebaut war, kam ein unerwartetes Missgeschick seines Weges. Am ersten Tag lief die Kamera in der Früh los und ich fuhr nach einer Einweisung an Marco über die Funktionen der Kamera nach Hause. Am Nachmittag rief mich Marco an und sagte mir, dass die Timelapse nicht mehr laufen würde. In mir kam kurzzeitig die Angst hoch, dass mein Plan nicht funktionieren würde. Ich fuhr kurzerhand zum naheliegenden Betrieb und überprüfte die Kamera auf Fehler. Nach kurzer Zeit stellte sich heraus, dass ein Mitarbeiter die Kamera in der Mittagspause ausgemacht hatte und danach wieder an. Das Problem war nur, das er dachte die Kamera würde von selbst weiter machen.  Eine netzgemeinte Geste, die aber leider das ausgesprochene Bedienungsverbot ignorierte. Am nächsten Tag müssten wir von neu beginnen, da wir nun ein anderes Chassis-Modell nutzen mussten. Mit etlichen Zettel mit den Aufschriften “Nicht anfassen!” oder “Nicht ausstechen” rückte ich dann am nächsten Morgen an und klebte den gesamten Bereich gemeinsam mit Marco ab. Das wiederholten wir auch für alle anderen Stationen und so konnte eine Timelapse über einer Woche Aufnahmezeit entstehen.

Menü